Solidarisch für Selbstbestimmung

Forderungen zum Feministischen Streik 2026 in Liechtenstein

Der feministische Streik in Liechtenstein ist eine kollektive Reaktion auf anhaltende strukturelle Ungleichheiten und menschenrechtliche Defizite. Gefordert ist eine Politik, die diese Dimensionen gemeinsam verbindlich adressiert, ausreichend finanziert und als staatliche Verantwortung anerkennt. Die Forderungen früherer feministischer Streiks bleiben weiterhin aktuell, da sie – mit Ausnahme der Elternzeit – nach wie vor nicht umgesetzt sind. Der Schwerpunkt des feministischen Streiks 2026 liegt insbesondere auf der Einführung einer Fristenlösung und dem Recht auf körperliche und reproduktive Selbstbestimmung.

Selbstbestimmung ist eine gesellschaftliche und politische Frage. Wer über das eigene Leben frei entscheiden kann, hängt wesentlich von sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sozialer Status beeinflussen in Liechtenstein weiterhin den Zugang zu Sicherheit, Gesundheit, Teilhabe und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Diese Ungleichheiten entstehen nicht zufällig, sondern werden durch Gesetze sowie politische und institutionelle Strukturen aufrechterhalten: Beispielsweise durch ein Strafrecht, das die reproduktive Selbstbestimmung einschränkt; durch eine Gleichstellungspolitik ohne verbindliche Massnahmen; durch unzureichenden Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und durch ein Wirtschaftssystem, das Care-Arbeit systematisch entwertet und unsichtbar macht.

Solidarität bedeutet, diese strukturellen Ungleichheiten sichtbar zu machen und kollektiv dagegen einzustehen. Der feministische Streik in Liechtenstein ist Ausdruck dieses gemeinsamen Widerstands. Selbstbestimmung muss für alle gelten.

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